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José García Foto: 20. Century Fox Auf Pandora leben allerdings Ureinwohner, die sogenannten Navi. Das sind blaue, etwa drei Meter hohe menschenähnliche Wesen, die in vollkommenem Einklang mit der Natur stehen. Weil sich die Navi jeglichem Zivilisierungsversuch seitens der Menschen offenbar verschließen, und es auf dem Himmelskörper zudem keinen Sauerstoff gibt, haben die Erdbewohner ein wissenschaftliches Programm entwickelt, um Menschen auf Pandora einzuschleusen: Die Forschungsleiterin Grace Augustine (Sigourney Weaver) hat Avatare erzeugt, Hybride, die es ermöglichen, einen Menschen in die Hülle eines Navi zu transportieren. Als Abgesandter in die paradiesische Welt wird der an den Rollstuhl gefesselte, ehemalige Marine Jake Sully (Sam Worthington) ausgewählt, der im Körper seines Avatars wieder laufen kann. Er soll die Navi ausspionieren, verliebt sich jedoch in die Tochter des Häuptlings Neytiri (Zoë Saldana), die ihm das Leben gleich mehrfach rettet. Das überaus vorhersehbare Drehbuch steuert auf eine Entscheidung in der Gestalt einer Neuauflage der Schlacht am Little Big Horn (1876) zu. Die Anklänge an die zuletzt von Regisseur Terrence Malick in The New World (2005) erzählte Liebesgeschichte zwischen der Indianer-Prinzessin Pocahontas und John Smith beziehungsweise an Kevin Costners Der mit dem Wolf tanzt (1990) sind wahrlich unübersehbar. Nimmt sich das einfach gestrickte Drehbuch als postmoderner Pastiche der bereits erwähnten sowie einer Reihe weiterer Spielfilme aus, um so mehr beeindruckt die Hülle, die virtuelle Welt, die James Cameron auf Pandora erschaffen hat. Die Motion-Capture-Technik (Darstellungsaufzeichnung), die zuletzt in Disneys Eine Weihnachtsgeschichte (siehe Filmarchiv) zu sehen war, macht in Avatar einen Quantensprung. Die mittels der aufgezeichneten Bewegungen eines realen Schauspielers digital erzeugten Kreaturen treten zusammen mit Darstellern aus Fleisch und Blut auf. Die Gesten und Bewegungen der digitalen Schauspieler fließen mit einer mittels der Motion-Capture-Technik bislang nicht erreichten Natürlichkeit. Dafür zeichnen die Studios von Peter Jacksons Weta Digital verantwortlich, die bereits den bahnbrechenden Charakter Gollum für die Der Herr der Ringe-Verfilmung erzeugt hatten. Darüber hinaus besticht die Tiefe, die Dreidimensionalität der mittels 3-D-Technik gefilmten Sequenzen, insbesondere etwa wenn die fliegenden Berge ins Bild kommen. Die mit atemberaubenden Kamerabewegungen aufgenommene Räumlichkeit, die Farbenpracht und immense Detailgenauigkeit der Pflanzen und Tiere auf Pandora wirkt selten künstlich. Die dafür erforderliche immense Rechnerleistung macht aus Avatar Aufbruch nach Pandora die wohl teuerste Filmproduktion der Geschichte. Wenn auch keine offiziellen Zahlen vorliegen, hat Avatar dem Vernehmen nach mehr als 300 Millionen Dollar gekostet. Dazu kommen etwa 150 Millionen Dollar für Werbemaßnahmen, so dass auf James Cameron ein hoher Erwartungsdruck lastet. Die hervorstechende Technik und die ausgezeichneten Schauwerte stehen in Avatar Aufbruch nach Pandora indes nicht im Dienst der Handlung. Beides, Produktionsdesign und Handlungsablauf, dient vielmehr als Vehikel für eine mit esoterischen, ja pantheistischen Elementen durchsetzte Botschaft, zu der die von James Horner komponierte Ethno-Musik bestens passt. Wie bei so vielen Western oder Kriegsfilmen fallen auch in Avatar Amerikaner in eine fremde Kultur ein, um sie auszubeuten und deren Natur bedenkenlos zu zerstören. Diese Öko-Romantik erhält hier jedoch besondere Züge. Die Navi sind ja nicht einfach eine Neuauflage des edlen Indianers à la Winnetou. Denn sie gehen mit anderen Geschöpfen, ja mit der Natur selbst eine regelrechte Symbiose ein, etwa wenn sie das Ende ihres Haarschopfs wie ein USB-Stick mit der entsprechenden Stelle eines Pferdes, eines Flugsauriers oder auch mit den Lianen eines magischen Waldes verbinden. Dann werden sie selbst Teil der Energie, die von der Natur ausgeht. Oder eben der Gottheit, denn Natur und Gottheit scheinen in der pantheistischen Pandora-Welt ebenfalls eins zu sein. |
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