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José García Foto: absolut medien
Einen Teil des mit Geburt einer Nation (siehe Filmarchiv) erzielten immensen Gewinns investierte David W. Griffith in sein nächstes Filmprojekt: Intoleranz. Der Film bedeutete für die Filmgeschichte eine noch größere Neuerung als Geburt einer Nation. Denn Intoleranz schneidet vier zeitlich weit auseinander liegende Geschichten parallel: vom Untergang Babels über das Palästina zur Zeit Christi und die Bartholomäusnacht in Paris 1572 bis zum Amerika im Jahre 1915. Die vier, sich immer wieder ablösenden Handlungen verknüpft das symbolische Bild der ewig schaukelnden Wiege miteinander, die dem Gedicht Grashalme von Walt Whitman entnommen wurde. Intoleranz geißelt Vorurteile und die heuchlerische Haltung, die sich im Laufe der Geschichte immer wieder Bahn bricht. Nicht von ungefähr kommt der Episode mit der Ehebrecherin im biblischen Teil des Filmes eine besondere Bedeutung zu. Die Kritiker waren von Griffiths Monumentalepos begeistert. So schrieb etwa Julian Johnson in Photoplay vom Dezember 1916: In Anlage und Umfang ist er das seit Jahrzehnten größte Kunstwerk gleich welcher Art überhaupt. Es ist das unglaublichste Experiment im Geschichtenerzählen, das je unternommen wurde. Seine Einzigartigkeit liegt nicht in den einzelnen Strängen der Erzählung, sondern darin, wie das Geflecht der Fäden miteinander verwoben ist. Das Publikum aber fühlte sich durch diese komplexe Erzähltechnik überfordert, so dass der Film an der Kinokasse Schiffbruch erlitt. Nach dem finanziellen Desaster von Intolerance musste Griffith seine Produktionsfirma auflösen. Nach kurzen Zwischenetappen gründete er 1919 mit Charlie Chaplin, Mary Pickford und Douglas Fairbanks die United Artists. D.W. Griffith starb völlig verarmt 1948 im Alter von 73 Jahren. Intolerance wurde im Jahr 2007 vom American Film Institute zur Nummer 49 der weltbesten Filme aller Zeiten ausgewählt. Im gleichen Jahr eröffnete die aufwändig restaurierte Version des Films das Filmfestival von Venedig. Der bei absolut medien in brillanter Qualität erschienenen DVD ist ein 40-seitiges Booklet mit den Erinnerungen der Schauspielerin Lillian Gish unter dem Titel Bilder von überwältigender Wirkung. Darüber hinaus bietet es zwei Aufsätze von D. W. Griffith über den Siegeszug des neuen Mediums: Die alte und die neue Bühne und Die Zukunft des 2-Dollar-Kinos sowie ein kurzes Resümee zur Rezeption von Griffith in Deutschland und eine Biografie. |
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