|
||||||||||||||||||||
José García Foto: Koch Media
Der Auftragskiller Frank (Ben Kingsley) erledigt für eine Mafia-ähnliche polnische Familiengang in Buffalo, New York die Drecksarbeit. Allerdings hat der gewissenlose Profimörder ein Alkoholproblem. Nachdem er im Alkoholrausch einen wichtigen Auftragsmord schlichtweg verschlafen hat, verordnet ihm sein Onkel Roman (Philip Baker Hall) eine Entziehungskur in San Francisco. An der Westküste verschafft ihm ein Freund der Familie, Dave (Bill Pullman), eine Wohnung, eine 12-Punkte-Therapie bei den Anonymen Alkoholikern sowie einen Job als Leichenkosmetiker in einem Bestattungsunternehmen.Sein ohnehin auf den Kopf gestelltes Leben wird noch komplizierter, als sich die viel jüngere Werbefachfrau Laurel (Téa Leoni) in ihn verliebt. Als Frank in die Heimat zurückkehrt, um die Familie im Kampf gegen die irischen Konkurrenten zu unterstützen, scheint die Zeit für die Trennung von Laurel gekommen zu sein. Die Sitzungen bei den Anonymen Alkoholikern, denen Frank notgedrungen beiwohnen muss, liefern genug Stoff für komische Momente. You Kill Me bewegt sich zwischen mehreren Genres: Die schwarze, teilweise zur Groteske neigende Komödie wird mit einer eigenwilligen Romanze verknüpft. Das Gleichgewicht hält Ben Kingsley, der seine Figur vielseitig als Mischung zwischen brutalem Killer und verletzbarem Menschen gestaltet. Obwohl sich die Handlung teilweise zu berechenbar ausnimmt, bietet sie amüsante Verweise auf das Film noir-Genre, aber auch komische und scharfzüngige Dialoge. Insbesondere in den Sitzungen der Therapiegruppe dominiert ein lakonischer Humor, der You Kill Me Leichtigkeit verleiht. Dazu tragen darüber hinaus auch die Nebenfiguren und insbesondere Bill Pullman als Immobilienspekulant, der im Nebenjob die Verantwortung für Franks Genesung übernimmt, bei. Dass an der Therapiegruppe ein von Luke Wilson dargestellter Homosexueller teilnimmt, kann als Zugeständnis an den Zeitgeist, aber auch als augenzwinkernder Verweis auf den Schauplatz San Francisco ausgelegt werden. Was eine unverdauliche Genre-Mischung oder gar ein zynischer Mafia- und Killerfilm hätte werden können, gerät unter der Regie von John Dahl zu einer Gratwanderung aus Liebes- und Ganoven-Film, der trotz wenig Überraschungen geradlinig und kurzweilig inszeniert ist. |
||||||||||||||||||||
|
|