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José García Foto: Universal
In den früheren Filmen der Brüder Ethan und Joel Coen etwa Blood Simple (1984) oder Millers Crossing (1990) war Gewalt allgegenwärtig. Mit dem siebenmal für den Oscar nominierten Fargo (1996) lieferte das Autoren- und Regiegespann eine mit schwarzem Humor angereicherte Studie über die Absurdität des Mordens. Nachdem Joel und Ethan Coen in den vergangenen Jahren eher bescheidene Filme gedreht haben, kehren sie mit No Country for Old Men zu ihren Wurzeln zurück. Und dies nicht nur deshalb, weil ihr nun mit vier Oscars ausgezeichneter aktueller Film wie Blood Simple in Texas angesiedelt ist.Texanisch-mexikanisches Grenzgebiet Anfang der 80er Jahre. Vietnam-Veteran Llewelyn Moss (Josh Brolin) stößt zufällig mitten in der Wüste auf ein makabres Szenario: Neben einer Menge Leichen findet er zwei Millionen US-Dollar vor, die er kurzerhand an sich nimmt. Damit löst er in typischer Coen-Manier eine Kettenreaktion der Gewalt aus. Bald sind ihm die Auftragskiller Anton Chigurh (Javier Bardem) und Carson Wells (Woody Harrelson) auf den Fersen. Der ansässige Sheriff Bell (Tommy Lee Jones als männliche Version der in Fargo von Frances McDormand dargestellten Polizistin) versucht, Moss und dessen Ehefrau Carla Jean (Kelly Macdonald) zu schützen. Kameramann Roger Deakins, der seit 1991 alle Filme der Coen-Brüder fotografiert hat, findet etwa in den Tierjagd-Bildern Metaphern für die Treibjagd, die den ganzen Film begleitet. Die Hitchcock-Hommage zieht sich vom psychopatischen Mörder bis zur Referenz auf Der unsichtbare Dritte ebenfalls durch den Film. Gerade in den Auslassungen und dem damit verbundenen elliptischen Erzählen stellen aber die Regisseur-Brüder ihren meisterhaften Umgang mit der Klaviatur der Dramaturgie unter Beweis. Der Filmtitel spielt auf die eigentliche Hauptfigur an: Sheriff Bell ist der einzige Gute, in einer noch von Werten bestimmten Welt heimisch. Indem er aber feststellt, dass dieses Land nichts für alte Männer ist, dass er gegen die durch den Drogenhandel zynisch gewordene Welt nichts auszurichten vermag, verleiht er dem Film einen desillusionierten, geradezu nihilistischen Anstrich. |
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