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JOSÉ GARCÍA Foto: Loonland Pictures
Kaum eine Figur hat das Bild der Schweiz im Ausland bis heute so geprägt wie Heidi. Das im Jahre 1880 erschienene Jugendbuch Heidis Lehr- und Wanderjahre von Johanna Spyri, dem ein Jahr später Heidi kann brauchen, was es gelernt hat folgte, wurde mit einer Gesamtauflage von rund 50 Millionen in nahezu 50 Sprachen übersetzt. Verfilmt wurde die Geschichte des Waisenkinds aus den Bergen seit 1920 fünfzehnmal, wobei Heidi durch die 52-teilige japanische Zeichentrickfilmserie von Isao Takahata und Hayao Miyazaki aus dem Jahre 1974 einen besonderen Bekanntheitsgrad erreichte, die mit großem Erfolg auch in Europa und Lateinamerika vertrieben wurde.Diese süßliche, liebenswert-fröhliche und etwas pummelige japanische Heidi hat das Bild des Schweizer Mädchens mit ihrem Heimweh nach den Bergen in den letzten dreißig Jahren nachhaltig geprägt. Nun kommt die neueste Heidi-Fassung als deutsch-kanadisch-britische Koproduktion in Zeichentrickformat für Kinder bis zwölf Jahre ins Kino. Und als erstes fällt es dem Zuschauer sofort ins Auge, dass Heidi eher mager, auf jeden Fall aber europäischer ausgefallen ist. Die Handlung des Filmes wurde zwar in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts verlegt, hält sich jedoch weitgehend an die Vorlage: Seitdem ihre Eltern bei einem Lawinenunglück ums Leben kamen, lebt die Waise Heidi (Stimme: Lara Wurmer) bei ihrer geldgierigen Tante Dete (Sonya Kraus). Als diese, die kein Interesse an ihrer Nichte zeigt, eine Stellung als Zofe in Frankfurt bekommt, will sie Heidi zu deren in den Schweizer Alpen zurückgezogen lebendem Großvater (Wolfgang Hess) bringen. Obwohl ihr Großvater Heidi ruppig behandelt, fühlt sich das Mädchen in den Bergen recht wohl: Sie ist von der Schönheit der Alpenwelt fasziniert, hier freundet sie sich mit dem jungen Ziegenhirten Peter (Jimi Blue Ochsenknecht) an. Diese Bergidylle ist jedoch nicht von Dauer: In Frankfurt beauftragt der wohlhabende Herr Sesemann Tante Dete, für seine gelähmte Tochter Klara (Sidonie von Krosigk) eine Spielgefährtin zu suchen. Tante Dete holt Heidi aus den Bergen nach Frankfurt. Obwohl Heidi im hektischen, modernen Frankfurt immer stärker vom Heimweh nach den Bergen befallen wird, schafft sie es mit ihrer offenen Art, der vereinsamten, an den Rollstuhl gefesselten Klara neuen Lebensmut einzuflößen. Die in herkömmlicher Zeichentricktechnik gezeichneten Bilder schaffen einen starken Stadt-Land-Kontrast: Sind die Farben in den Bergen besonders intensiv, ja geradezu leuchtend, so wird den Stadtbildern fast jede Farbigkeit genommen. Entsteht in den Alpen ein Gefühl der Weite, so herrscht in der Stadt verstärkt durch eine leicht überhöhte Perspektive, die sie in eine beinahe expressionistische Welt verwandelt eine geradezu klaustrophobische Enge. Dadurch wird der Gegensatz zwischen der reinen Natur und dem Fortschritt mit seinen negativen Folgen optisch umgesetzt. Auch in der aktuellen Verfilmung repräsentiert Heidi wie eh und je die Liebe zur Natur, spricht darüber hinaus freilich allgemein gültige Themen an: Heimweh, aber auch Mut, Hoffnung, Liebe. Denn gerade durch ihr natürlich-liebevolles Wesen und durch ihren Glauben an das Gute vermag Heidi Menschen positiv zu verändern. |
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