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JOSÉ GARCÍA Foto: Alamode
In seinem ersten Spielfilm Historias Mínimas (siehe Filmarchiv), der auf dem Internationalen Filmfest San Sebastián 2002 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet und in Argentinien zum Besten Film des Jahres 2003 gewählt wurde, erzählte Carlos Sorin kleinste Geschichten aus dem Süden Argentiniens, aus der unendlichen Weite Patagoniens.Zu den darin verwobenen minimalen Erzählungen könnte auch die Geschichte des 52-jährigen Juan (Juan Villegas) gehören, der nun im Mittelpunkt von Bombón Eine Geschichte aus Patagonien steht: Juan hat nach zwanzigjähriger Tätigkeit als Tankstellenmechaniker gerade seine Anstellung verloren. Da für ihn nur wenig Aussicht auf eine neue Arbeit besteht, versucht er, handgefertigte Messer mit selbstgeschnitzten Griffen zu verkaufen. Viel Hoffnung kann er sich nicht machen, da die Arbeiter, denen er seine Kunstwerke anbietet, kaum in der Lage sind, sich einen solchen Luxus zu leisten. Als er zufällig von der Tochter einer Gutsbesitzerin angehalten wird, damit er ihr den Wagen repariert, wendet sich für Juan das Blatt. Denn als Dank bekommt er den argentinischen Dogo Bombón geschenkt, mit dem der verstorbene Familienvater einst eine Hundezucht eröffnen wollte. Mit Hilfe des Hundes bekommt Juan prompt einen Job als Wachmann, und als er in der Bank den Lohn abholen will, wird er vom hundebegeisterten Bankdirektor überredet, Bombón vom Hundezuchtexperten Walter (Walter Donado) abrichten zu lassen. Walter ist von Bombón sofort begeistert, dem er eine große Zukunft bei Hundeausstellungen voraussagt. Noch radikaler als in Historias Mínimas setzt Regisseur Sorin in Bombón sein Konzept fort, die Filmrollen mit Laiendarstellern zu besetzen. So arbeitet der echte Juan Villegas tatsächlich als Automechaniker. Laut der vom Verleih verbreiteten Presseinformation widmet er sich nach den Dreharbeiten seinem eigentlichen Beruf. Dem Regisseur Carlos Sorin ist es allerdings ein wenig peinlich, dass sich Villegas jetzt wieder um sein Auto kümmert, nachdem er die Hauptrolle in seinem Film gespielt hat. Wie bereits in seinem Regiedebüt richtet Carlos Sorin auch in Bombón sein Augenmerk auf einfache Menschen mit ihren kleinen Geschichten, ihren Träumen und Hoffnungen. Die schlichte, zuweilen melancholische Handlung wird minimalistisch in Szene gesetzt, doch die genaue und unmittelbare Kameraführung, mit der der Film seine Figuren geradezu liebkost, zeichnet diese Menschen mit viel Wärme aus. Beides, die wehmütige Geschichte einfacher Menschen auf der Suche nach einem bisschen Glück und die lakonische Inszenierung erinnert an Aki Kaurismäkis Wolken ziehen vorüber und Der Mann ohne Vergangenheit. In diesen finnischen Filmen nehmen selbst aussichtlose Geschichten ein gutes Ende, wenn die Hauptpersonen genügend Durchhaltevermögen und Humor mitbringen. Wenn auch unter der stark dokumentarischen Tendenz der Filme Sorins, bei denen kaum etwas gesprochen wird und eigentlich auch wenig passiert, die narrative Spannung leidet, so besticht Bombón Eine Geschichte aus Patagonien vor allem durch seinen subtilen Humor und seine ausgeprägte Authentizität. |
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