WIR SIND CHAMPIONS | Campeones
Filmische Qualität:   
Regie: Javier Fesser
Darsteller: Javier Gutiérrez, Daniel Freire, Luisa Gavasa, Itziar Castro, Juan Margallo, Athenea Mata, Roberto Chinchilla, Alberto Nieto Ferrández, Gloria Ramos, Jesús Vidal
Land, Jahr: Spanien 2018
Laufzeit: 100 Minuten
Genre:
Publikum: ab 12 Jahren
Einschränkungen: D
im Kino: 7/2018


José García
Foto: Concorde

Aufgrund persönlicher Probleme baut Marco (Javier Gutiérrez), der als Co-Trainer bei einer Mannschaft der ersten spanischen Basketballliga arbeitet, einen Verkehrsunfall. Trunkenheit am Steuer, Widerstand gegen die Staatsgewalt ... Eigentlich kann Marco froh sein, dass er lediglich zu Sozialstunden verurteilt wurde. Die Richterin hat sich dafür allerdings etwas einfallen lassen: Der von Javier Gutiérrez mit offensichtlichem Spaß als Ekelpaket dargestellte Profitrainer soll eine aus geistig behinderten Jungs zusammengewürfelte Mannschaft für einen Sonderwettbewerb trainieren.

Sport als Weg zur eigenen Umkehr, zum Umkrempeln des eigenen Lebens ? das ist eigentlich ein beliebtes Filmgenre. Und damit auch der letzte Zuschauer es auch versteht, wird im Film mehrfach darauf hingewiesen, dass es in "Wir sind Champions" eigentlich darum geht. Aber der spanische Regisseur Javier Fesser erneuert dieses bekannte Genre insbesondere durch eine gute Portion politisch unkorrekten Humors. Zwar ist die Haupthandlung größtenteils vorsehbar, zwar ist die um Marcos Ehe gestrickte Nebenhandlung eher misslungen. Aber "Wir sind Champions" macht nicht nur Spaß, teilweise großen Spaß.

Fessers Film bewegt sich auf einem schmalen Grat, denn "Wir sind Champions" geht das Risiko ein, seine Protagonisten als Hofnarren darzustellen, sie auf eine Funktion zu reduzieren: Den Zuschauer zum Lachen zu bringen. "Wir sind Champions" umschifft aber diese Gefahr, weil der Regisseur seine Figuren ? und die ebenfalls geistig behinderten Darsteller ? ernst nimmt, und sie als naive, liebenswerte Menschen zeigt, die einen unwiderstehlichen Optimismus verbreiten. Deshalb berührt sein Film, der trotz seiner Schwächen gerade entgegen dem Diktat der Leistungsgesellschaft die Botschaft vermittelt, dass Glück letztendlich nichts mit Leistung und Perfektion zu tun hat.

Wie der Verleih gerade mitteilte, wurde der Filmstart auf den 20. September verschoben.
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