TULLY | Tully
Filmische Qualität:   
Regie: Jason Reitman
Darsteller: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass, Ron Livingston, Asher Miles Fallica, Lia Frankland
Land, Jahr: USA 2018
Laufzeit: 95 Minuten
Genre:
Publikum: ab 16 Jahren
Einschränkungen: X -
im Kino: 6/2018


José García
Foto: dcm

"Du hältst Dich für eine Versagerin. Dabei hast Du Dir Deinen größten Traum erfüllt", sagt irgendwann einmal die Babysitterin Tully (Mackenzie Davis) zur dauernd gestressten und immer müden Marlo (Charlize Theron) im Spielfilm "Tully". Marlos Traum: Mutter sein. Nun ist sie Mutter zweier kleiner Kinder. Als das Dritte zur Welt kommt, ist sie genauso überglücklich wie ihr Mann Drew (Ron Livingston). Nach einigen Wochen akuten Schlafmangels geht sie aber auf den Vorschlag ihres Bruders Craig (Mark Duplass) ein, für die Nacht ein Kindermädchen zu engagieren. So kann sie endlich die Nacht durchschlafen. Tully erweist sich als großer Segen für die ganze Familie: Sie kümmert sich nicht nur liebevoll um das Baby. Die 26-Jährige, die auch noch jünger wirkt, sorgt außerdem auch für Ordnung im Haus und vor allem dafür, dass Marlo einen Schub Jugendlichkeit bekommt.

Das Drehbuch stammt aus der Feder von Diablo Cody, die vor zehn Jahren mit "Juno" ein sehr ernstes Thema mit größter Ungezwungenheit behandelte. Dies äußert sich ebenfalls in "Tully", etwa im Untertitel des Filmes: "Dieses verdammte Mutterglück". Cody und Regisseur Jason Reitman, der bereits bei "Juno" Regie führte, konzentrieren sich zwar auf das ganz besondere Verhältnis der zwei Frauen zueinander. Anfangs fühlt sich Marlo in Tullys Gegenwart eher unbehaglich, aber sehr schnell gewinnt die ungezwungene junge Frau das Vertrauen der Mutter. Tully nimmt einen immer größeren Anteil an Marlos Leben. Die Filmemacher schauen jedoch außerdem auf Marlos Umfeld, das einen enormen Druck auf die Mutter ausübt. Cody: "Marlo arbeitet im Personalmanagement. Es ist nicht ihr Traumberuf, aber das Geld wird dringend benötigt. Dazu soll sie aber noch Muffins für die Schule backen, sonst könnte sie als schlechte Mutter dastehen". Ein schonungsloser Blick auf den "größten Traum" vieler Frauen, aber auch auf die damit verbundenen, schmerzlichen Begleiterscheinungen.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=dhiIHtgjzYc
Diese Seite ausdrucken | Seite an einen Freund mailen | Newsletter abonnieren