|
||||||||||||||||
JOSÉ GARCÍA Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Heimkehrerroman So weit die Füße tragen (Josef Martin Bauer 1955) erreichte eine Weltauflage von mehr als 30 Millionen Exemplaren. Damals zeigte das Fernsehen einen sechsteiligen TV-Film über die Flucht des deutschen Soldaten Clemens Forell aus einem sibirischen Kriegsgefangenenlager am Ostkap in der Nähe der Behringstraße: Forell beginnt im Oktober 1949 eine als aussichtslos erscheinende Heimkehrreise, angetrieben von der Liebe zu seiner Familie. Nach Monaten der Einsamkeit und jahrelanger Odyssee kehrt er Weihnachten 1952 wieder zu seiner Familie in die bayerische Heimat zurück. Die Neuverfilmung geht frei mit der Vorlage um, in der meistens gelungenen Absicht, die Handlung zu straffen. Ihre besondere Stärke liegt daran, eine doppelte Perspektive zu bieten: Die des Flüchtlings und die des russischen Offiziers. Bei seinem schier unmöglichen Unterfangen sucht Forell Kraft beim Gebet, genauso wie er Gott um Verzeihung für die gleichsam notgedrungen begangenen Vergehen bittet. Trotz der gigantischen Ausmaße dieser Großproduktion vermittelt der Film freilich den Eindruck eines Fernsehspiels, das auf die große Leinwand gezogen wurde: Alles wirkt sehr ordentlich; das Ergebnis ist jedoch Kunsthandwerk, noch lange nicht Filmkunst. |
||||||||||||||||
|
|