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José García Foto: Ascot Elite
Für seinen Abschlussfilm an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg HFF Kriegerin hat sich Regisseur David Wnendt eines brisanten Themas angenommen. Am Anfang steht eine Off-Stimme, mit der die etwa 20-jährige Marisa (Alina Levshin) ihre Gesinnung unverblümt ausdrückt: Demokratie ist das Beste, was wir je auf deutschem Boden hatten. In einer Demokratie kann jeder mitbestimmen. Du, ich, Alkoholiker, Junkies, Kinderschänder, Neger, Leute, die zu blöd sind, ihren Hauptschulabschluss zu schaffen. Eine kurze Rückblende zeigt sie als 10-Jährige am Strand mit ihrem vergötterten Großvater, dem Alt-Nazi Franz (Klaus Manchen), der sie meine Kriegerin nennt. Zehn Jahre später ist Marisa in der Tat eine Kriegerin geworden. Von ihrem Dorf in Ostdeutschland aus führt Krieg sie gegen das, was aus Deutschland geworden ist. Ihre Uniform: das typische Aussehen der Nazibräute mit dem halbrasierten Schädel und den längeren Strähnen an den Seiten, den T-Shirts mit rechtsradikalen Parolen und den Tätowierungen: 88, Hakenkreuz und Reichsadler auf dem Brustbein, die Aufschrift 14 Words am Unterarm. Zusammen mit ihrem Freund, dem Skinhead Sandro (Gerdy Zint), macht sie etwa Jagd auf Vietnamesen im Zug. Konkurrenz in der Neonazi-Clique bekommt Marisa von der 15-jährigen Svenja (Jella Haase), die dem überstrengen Stiefvater und der schwachen Mutter entfliehen will und sich deshalb den Rechtsradikalen anschließt. Die Handlung wird von einem einschneidenden Zwischenfall vorangetrieben: Nach einer Konfrontation mit zwei jugendlichen afghanischen Asylanten fährt Marisa, aufgeheizt von dröhnendem Rechtsrock und von Alkohol, die Jungs mit ihrem Auto an, und flieht. Als einer der zwei Asylbewerber, Rasul (Sayed Ahmed Wasil Mrowat), tags darauf ausgerechnet bei ihr auftaucht, lässt sich die Nazibraut überreden, ihm zu helfen. Drehbuchautor und Regisseur David Wnendt interviewte mehrere junge Frauen aus der rechtsextremen Szene, besuchte Demos und Cliquen, um Material zu sammeln. Diese Geschichten und Beobachtungen seien zu einer packenden und zugespitzten Handlung verdichtet worden, führt er dazu aus. Trotz dieser umfangreichen Recherchen wirken einige Figuren klischeehaft und insbesondere die dramaturgische Wendung etwas konstruiert. Die Stärke von Kriegerin besteht indes in der authentischen Schilderung des alkoholgetränkten, gewalttätigen Rechtsradikalen-Milieus, das eine immer nah am Geschehen agierende (Hand-)Kamera halbdokumentarisch beobachtet. Ohne einfache Antworten zu geben, verdeutlicht Kriegerin einige Ursachen für den Rechtsradikalismus und Rassismus. Kriegerin wurde mit dem Förderpreis des deutschen Films in den Kategorien Drehbuch und Schauspiel weiblich ausgezeichnet. |
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